... Ratgeber ...

Höhenangst

Warum neue Verantwortung schwindelig machen kann und wie Management-Coaching hilft, das Gleichgewicht wieder zu finden.

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Den sicheren Horst verlassen

Schon bevor der erste Tag in der neuen Position anbricht, durchlebt so manche Führungskraft heftige Turbulenzen. So berichten Klienten, dass allein die Vorstellung von der neuen Aufgabe und was alles damit verbunden sein könnte, ihnen schlaflose Nächte bereitet. Ein wesentlicher Stressfaktor ist dabei die Befürchtung, mangels fehlenden Überblicks Situationen nicht mehr einschätzen und kontrollieren zu können. Ein Zustand zwischen Faszination und Furcht, der nicht immer leicht auszuhalten ist.

 

Die Besinnung darauf, was trägt und hält, ist daher eine beruhigende und erdende Erfahrung, die der Coach dem Klienten z.B. zu Beginn eines Coachings in Form einer Wertereflexion ermöglicht. Zu wissen, was wichtig ist und was nicht, wo Prioritäten zu setzen sind, wo man Kompromisse schließen kann und was gar nicht mit der eigenen Werthaltung übereinstimmt, ist ein wesentliches Merkmal souveräner Führungskräfte.

 

Eng damit verbunden ist die Frage, inwieweit die Persönlichkeitsstruktur mit der neuen Aufgabe harmoniert oder eine ganz andere Seite verlangt, als die bisher gezeigte. So kann eine Führungskraft, die bisher eher durch ihre Verdienste um Kontinuität und Stabilisierung aufgefallen ist, in einer Position, in der es um Aufbruch und Veränderung geht, an ihre Grenzen kommen. Der Coach fungiert hier als Helfer zur Rollenklärung und Aufgabenteilung. Dazu gehört u.a. eine Reflexion über die Themen Überforderung und Überlastung. Passende Fragen dazu sind:
 

  • Was verlangt die neue Rolle von mir?
  • Was sind meine Erwartungen an mich selbst und andere?
  • In welchem Bereich muss ich meine Kompetenzen erweitern?
  • Welche inneren und äußeren Ressourcen stehen mir zur Verfügung?
  • An wen kann ich delegieren?

Reflexionsangebote zu Persönlichkeitsmodellen, die menschliches Verhalten erklären, sind zudem hilfreich, sich selbst und andere besser zu verstehen. Von dieser Warte aus erscheinen neue Aufgaben mit Unsicherheitspotenzial weit weniger besorgniserregend.

Wenn der Ruf weiter schallt …

Mit steigender Verantwortung erweitert sich auch der Wirkungsgrad. Man wird mehr gesehen und gehört. Nicht jedem fällt es leicht, solchermaßen exponiert zu sein, vor allem, wenn auch Auftritte in der Öffentlichkeit wie Pressekonferenzen und Vorträge damit verbunden sind. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

 

Nicht selten erleben Führungskräfte beim Wechsel ins höhere Management, dass sich der Kreis der Vertrauten erheblich verkleinert und sie kaum noch Feedback erhalten. So kann es an der Spitze einsam und leise werden. Auf CEO-Level hat Coaching daher oft die Funktion von Sparring und Supervision. Es geht darum, sich mit einer Person des Vertrauens über Wirkung, Werte, Visionen, Strategien und auch ganz persönliche Themen auszutauschen. Der Coach gibt authentisches Feedback, inspiriert durch ungewöhnliche Fragen und inszeniert fiktive Welten. Der Effekt für den Klienten ist ein Gewinn an Klarheit und Wiederbelebung der Kreativität. Mitunter ist der Coach auch Trainer und Berater, wenn es z.B. ganz pragmatisch um Optimierung von Soft Skills sowie Vorbereitung auf wichtige Sitzungen und öffentliche Auftritte geht. 

Das Ganze sehen

Der momentan stattfindende Wandel in ein neues Verständnis von Führung erfordert ein Überdenken des Führungsstils. Es kommt weniger auf Fachwissen als vielmehr auf „Wirkungsbewußtsein“ an. Das bedeutet, den Blick vom Detail zu lösen hin zu einer multiperspektivischen Gesamtschau, die weit über den eigenen und den Tellerrand des Unternehmens hinausgeht. Da sich diese Art zu sehen und zu denken meist nicht von alleine einstellt, bedarf sie einer Initialzündung von außen. Als Sparringspartner führt der Coach den Klienten in neue Denkräume, die Denkmuster in Frage stellen, ungewohnte Aspekte in den Fokus stellen, andererseits Distanz schaffen und so das Denken weiten. Zudem kommen im Rahmen eines Management-Coachings vor allem systemische Interventionen in Betracht, die die Aus- und Wechselwirkungen des eigenen Handelns sichtbar und begreifbar machen.

Resonanz erzeugen

Visionäre Strahlkraft ist immer an Weitblick gebunden. Wer Resonanz erzeugen will, muss vorausschauend entscheiden, Werte vorleben und vorbildlich handeln. Ein wesentlicher Aspekt von Management-Coaching ist daher die Reflexion der Vorbildfunktion.

 

Wichtige Fragen dazu:

 

  • Woran erkennen andere, dass ich wirkungsbewusst handele?
  • Wie inspiriere ich mich selbst und mein Umfeld?
  • Welchen Widerhall sollen meine Entscheidungen im Unternehmen und darüber hinaus finden?
  • Wie stehe ich zu Veränderungen?
  • Welchen „Geist“ will ich in das Unternehmen tragen?
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Fazit

Führungskräfte brauchen mehr denn je Raum für Reflexion, um ihre vielfältigen Aufgaben zu bewältigen und um sich Leistungskraft und Lebensfreude zu erhalten. Im Idealfall suchen sie diesen Raum nicht nur zu Beginn einer neuen Herausforderung auf, sondern betrachten ihn als vertrauten Rückzugsort für eine regelmäßige Inspektion ihrer Haltung und Handlungsweise.

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