Wirksames Coaching

Darauf kommt es an!

Was macht ein Coaching wirksam und effektiv?
© Foto: Ollyy/Shutterstock.com

Wirkfaktoren im Coaching – das sagt die Wissenschaft

Ein genauer Blick in die Coaching-Forschung liefert zahlreiche Ergebnisse und bringt Licht ins Dunkel. Das „Navigieren im Nebel“ – wie mancherorts immer noch zu vernehmen ist – war gestern. Für viele professionell agierende Coaches ist die Berücksichtigung von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der täglichen Praxis eine Selbstverständlichkeit. Davon profitierten Klienten in hohem Maße.

Wirkfaktoren haben großen Einfluss auf Erfolg und Wirksamkeit eines Coachings. Sie sind gewissermaßen die Ingredienzien eines erfolgreichen Coachings. Je nach Studie werden unterschiedliche Wirkfaktoren genannt. Im Rahmen einer umfangreichen Studie (Lindart, 2016) konnten 16 Wirkfaktoren identifiziert werden. Einige davon werden nachfolgend vorgestellt.

Was sollte ein wirksames Coaching also beinhalten?

1.    Wertschätzende und vertrauensvolle Arbeitsbeziehung:
Die Arbeitsbeziehung sollte wertschätzend, empathisch, unterstützend und vertrauensvoll gestaltet werden. Verbindlichkeit und Übereinstimmung hinsichtlich des Vorgehens sind vorteilhaft. Zudem sollte der Coach Selbstbewusstsein und Kompetenz verkörpern.

2.    Klärung und Konkretisierung von Zielen:
Klar definierte Ziele sind der Dreh- und Angelpunkt eines Coachings. Sie sollten die Richtschnur des gesamten Prozesses sein. In der täglichen Praxis ist es möglich, dass ein Ziel in mehrere Teilziele unterteilt wird.

3.    Aktivierung von Ressourcen:
Klienten verfügen über zahlreiche Ressourcen (z. B. Fähigkeiten, Stärken, Wissen, Erfahrungen, soziale Unterstützung). Es trägt in hohem Maße zu einem erfolgreichen Coaching bei, wenn diese Ressourcen bewusst gemacht und in die praktische Umsetzung eingebracht werden können.

4.    Individuell angepasstes Vorgehen:
Das Vorgehen sollte bestmöglich an die Persönlichkeit von Klienten und die individuelle Ausgangssituation angepasst werden. Regelmäßige Feedbackprozesse über die Zusammenarbeit sind förderlich (Metakommunikation), Patentrezepte fehl am Platz.

5.    Ziel- und ergebnisorientierte Selbst- und Problemreflexion:
Coaches sollten bei Klienten Reflexionsprozesse anregen. Fragenstellen ist hierfür ein ausgezeichnetes Instrument. Wichtig ist, dass die Reflexion vorrangig in Richtung Ziel, Ressourcen und Lösungsgestaltung erfolgt.

6.    Kommunikation:
Kommunikation ist die Basis eines jeden Coachings. Durch ein individuell ausgerichtetes Stellen von Fragen, Zuhören und Feedback können Coaches Entwicklungsprozesse fördern.

7.    Unterstützung in der Organisation:
Die Unterstützung durch Vorgesetzte, z. B. durch Feedback, finanzielle Ressourcen oder eine positive Einstellung dem Coaching gegenüber ist ebenfalls erfolgversprechend.

Das Wesentliche im Blick

Und welchen Nutzen haben diese Erkenntnisse für Coaching-Interessierte und Klienten? Worauf sollte man achten? Es gilt, sensibel für die wirksamen Elemente von Coaching zu sein. Oberflächliche Wirkungsversprechen sollten kritisch hinterfragt werden. Coaching ist mehr als die Anwendung attraktiv aufbereiteter Methoden und Techniken. Gewiss, diese sind zweifelsohne wichtig, ebenso wie fachliche Kompetenzen von Coaches. Doch es braucht mehr!

Leitfaden und Fragen für den Klienten

Um den Coaching-Prozess zu reflektieren, könnte der Klient sich zwischendurch z. B. folgende Fragen stellen:

  • Inwiefern ist die Beziehung zwischen mir und meinem Coach wertschätzend und vertrauensvoll? Vermittelt mein Coach den Eindruck von Selbstvertrauen und Kompetenz?

  • Hat mein Coach mit mir zu Beginn des Coachings klare Ziele vereinbart? Werden diese Ziele ausreichend beachtet?

  • Werden meine persönlichen Stärken und Potenziale ausreichend berücksichtigt?

  • Erfolgen ziel- und ergebnisorientierte Reflexionsprozesse? Bringt mein Coach mich im positiven Sinne zum Nachdenken? Oder habe ich das Gefühl, dass das Coaching oberflächlich dahinplätschert?

  • Werden kurze (verbale) Zwischenevaluationen durchgeführt, in denen mein Coach und ich die Zusammenarbeit und den Prozess gemeinsam reflektieren?

  • Gelingt es meinem Coach, das Vorgehen an meine Persönlichkeit und individuelle Ausgangsituation anzupassen?

Fazit

Der Blick auf die wirklich wirksamen Dinge kann eine gute Orientierung in einem Coaching sein. Fakt ist: Sie als Klient gestalten den Prozess aktiv mit. Je mehr Sie sich eigenständig einbringen, je mehr Verantwortung Sie für die Umsetzung in den Alltag übernehmen, desto besser! Die Lösung für Ihr Anliegen ist vielleicht gar nicht so weit entfernt.

Quellen:
Lindart, Marc (2016). Was Coaching wirksam macht. Wiesbaden: Springer.

Über den Autor

Dr. Marc Lindart - RAUEN Coach-Datenbank

Dr. Marc Lindart
Dr. Marc Lindart ist Business-Coach mit vielfältigen Erfahrungen im Coaching und seit 2008 im Coaching von Führungskräften und Potenzialträgern tätig. Daneben verfügt er über eine langjährige Lehrtätigkeit an der Universität Münster. Sein Motto: „Den Blick auf die wirksamen Dinge richten!“ Marc Lindart arbeitet auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Coaching. Publikation u.a.: „Was Coaching wirksam macht – Wirkfaktoren von Coachingprozessen im Fokus (Springer Verlag, 2016).

Nach oben

Coach-Suche

Anmeldung & Tarife

Werden Sie jetzt Mitglied im Qualitätsnetzwerk für Business-Coaches! Informieren Sie sich hier über unsere Aufnahmekriterien und Tarife.

Erstellen Sie kostenlos eine Coach-Ausschreibung. Ihre Coaching-Anfrage wird anonym an ausgewählte, qualifizierte Coaches weitergeleitet, die Ihnen konkrete Angebote schicken.