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Interview mit Dr. Kay Flothow

"Ich unterstütze gerne Menschen, die bereit sind, an sich zu arbeiten und besser zu werden."

Können Sie Ihren Werdegang zum Coach kurz beschreiben?

Als Wirtschaftspädagoge und Erwachsenenbildner ist das Thema "Persönliche Entwicklung" bereits seit dem Studium mein zentrales Anliegen. Während meiner Zeit als Personalentwickler in großen Unternehmen kam ich erstmalig in die Rolle, Führungskräfte bis hin zur Geschäftsführung persönlich zu beraten. Dabei merkte ich schnell, dass dies gute Ergebnisse brachte und erfüllend ist, aber auch, dass mir noch Handwerkszeug fehlte. Deshalb entschied ich mich für eine Coaching-Ausbildung.

Wie bzw. wo haben Sie Ihre Ausbildung zum Coach oder weitere Coaching-Qualifikationen erworben?

Die Basis hat 2009 die "Integrative Coaching Ausbildung" bei Dr. Christopher Rauen und Andreas Steinhübel gelegt. Es folgten regelmäßige Supervisionen und eigene Retrospektiven nach jedem durchgeführten Coaching seit 2010.

Wo liegen Ihre Schwerpunkte und Spezialisierungen?

Ich arbeite mit Menschen, die sich selbst oder etwas in ihrem beruflichen Verantwortungsbereich verändern oder verbessern wollen – vorrangig mit neu ernannten oder erfahrenen Führungskräften.

Mit welchen Anliegen kommen Klienten häufig zu Ihnen? Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe?

Da ich hauptsächlich angehende und erfahrene Führungskräfte coache, geht es bei den Anliegen meiner Klienten hauptsächlich um folgendeThemen: 

  • Vorbereitung auf und Unterstützung während der ersten Zeit als neu ernannte Führungskraft
  • Vorbereitung auf und Unterstützung in neuer Führungsaufgabe oder in einem neuen Unternehmen
  • Vorbereitung auf und Unterstützung in der Aufgabe des/der Projektleiters/in
  • Unterstützung im Management und der Teamführung während eines internen Veränderungsprozesses
  • Führen und Entscheiden unter unklaren, komplexen und sich schnell wandelnden Bedingungen
  • Persönliche Potentiale zur Verbesserung der Teamperformance – auch bei mobilen/virtuellen Teams
  • Klärung persönlicher Prioritäten und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Selbstorganisation und Zeitmanagement
  • Potentialklärung und Leistungssteigerung

Welche Methoden oder Tools nutzen Sie häufig im Coaching?

In meiner integrativen Coaching-Tätigkeit verwende ich häufig diese Instrumente und Methoden:

  • Fünf-Säulen-Modell der Identität und Wertequadrat
  • Systemische Frage-Interventionen und zirkuläres Interview
  • Ausgewählte Methoden des NLP (z.B. Moments of Excellence)
  • Symptom-Check und systemisches Portrait
  • Potentialanalyse auf Basis des Predictive Index oder des Talent Q
  • Karriereanker nach Edgar Schein uvm.

Wie läuft ein Coaching bei Ihnen in der Regel ab?

In einem ersten kostenlosen Treffen klären wir, ob, wie und an welchen Themen wir gemeinsam arbeiten wollen.
In der ersten Coaching-Session vertiefen wir die Ziel- und Prozessklärung und starten mit einer Reflexion der individuellen Situation und/oder des eigenen Verhaltens. Spätestens ab der zweiten Sitzung fokussieren wir auf ein vom Klienten erkanntes prioritäres Thema und erarbeiten eine erste Idee, wie dieses Thema erfolgreich bearbeitet werden könnte. Mit einer Transferaufgabe bis zur nächsten Coaching-Session wird dieser Ansatz auf Tragfähigkeit überprüft. Im Folgenden prüfen wir dann, was funktioniert hat und was nicht, erstellen dazu Hypothesen, überprüfen fallbezogen das den Klienten beeinflussende Gesamtsystem, verfeinern den Lösungsansatz und formulieren die nächste Transferaufgabe. Dieser Prozess wiederholt sich, wobei er ggf. zwischenzeitlich auf Themen und Einflussfaktoren fokussiert, die der Klient bisher nicht im Blick hatte. Das Coaching endet, auch vor der vereinbarten Zeit, wenn alle Beteiligten der Meinung sind, dass das Coaching-Ziel erreicht wurde. Sowohl meine Klienten als auch ich dokumentieren aus der jeweiligen Sicht die Erkenntnisse der Coaching-Einheiten. Diese Dokumentation erhöht die Verbindlichkeit und die Selbstorientierung zwischen den Coaching-Sessions.

Mit welchen Klienten arbeiten Sie am liebsten zusammen? Lehnen Sie bestimmte "Fälle" grundsätzlich ab?

Ich unterstütze gerne Menschen, die bereit sind, an sich zu arbeiten und besser zu werden. Therapeutisch, im klinischen Sinne, arbeite ich nicht.

Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen eines Coachings?

Wie gerade gesagt, gehören Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. Beeinträchtigungen der Selbststeuerungsfähigkeiten in die Hände ausgebildeter Therapeuten und nicht in ein Coaching. Eine weitere Grenze des Coachings liegt überall dort, wo jemand einen Expertenratschlag sucht. Den bekommt der Klient dann gerne auch von mir, nur eben in einem Beratungsgespräch und nicht in einem längeren Coaching-Prozess.

Wie gelingt ein erfolgreicher Coaching-Prozess?

Durch gegenseitiges Vertrauen, Humor, Zielorientierung, Offenheit im Prozess und Verankerung des Neuen.

Wie würden Sie Coaching in einem Satz definieren?

Coaching ist ein Weg, der es denjenigen, die ein Problem haben, ermöglicht, dieses selbst und selbstverantwortlich zu lösen. Zügig, zielfokussiert und zukunftsorientiert.

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