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Interview mit Elias Vollstädt

„Mentale Transformation im Rahmen von Change Management und agiler Organisationsentwicklung“

Können Sie Ihren Werdegang zum Coach kurz beschreiben?

Nach meinem Studium startete ich als Managementberater in einer Unternehmensberatung. Im Laufe vieler Change-Projekte stellte ich fest, dass ich in meiner Rolle als Berater den Menschen häufig nicht in dem Maße helfen konnte, wie ich es gerne wollte.

Ein Wendepunkt war für mich der Moment, als eine Kundin – aufgrund einer Restrukturierung im Unternehmen – vor mir in Tränen ausbrach. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich neben meiner Beraterrolle immer stärker mit der Rolle des Coachs, um Menschen in organisationalen Veränderungsprozessen zu unterstützen.

Wie bzw. wo haben Sie Ihre Ausbildung zum Coach oder weitere Coaching-Qualifikationen erworben?

Meine Ausbildung zum „Individualpsychologischen Business Coach“ habe ich beim Verein freier Trainer und Coaches gemacht (Inhalte: Psychologie, Systemtheorie).

Wo liegen Ihre Schwerpunkte und Spezialisierungen?

Schwerpunkt meiner Arbeit als Coach ist die mentale Transformation im Rahmen von Change Management und agiler Organisationsentwicklung. Mein Coaching-Ansatz ist systemisch, agil und achtsamkeitsbasiert.

Mit welchen Anliegen kommen Klienten häufig zu Ihnen? Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe?

Mein Hauptklientel sind Fach- und Führungskräfte der Energiewirtschaft, die mit Problemen durch organisationale Veränderungsprozesse zu kämpfen haben (z.B. Einführung agiler Arbeitsweisen und damit mehr Selbstverantwortung, Veränderung der Führungskultur etc.). Weitere Themen und Anliegen sind häufig die mangelnde Nachhaltigkeit von Veränderungsvorhaben in Unternehmen sowie das fehlende Verständnis und Bewusstsein für Situationen, andere Meinungen und notwendige Veränderungen.

Welche Methoden oder Tools nutzen Sie häufig im Coaching?

Gerne arbeite ich im Coaching mit:

  • Paraphrasieren
  • Verbalisieren
  • systemischen Fragen
  • Hypothesenbildung und iterative Rückkopplung
  • Reframing
  • Aufstellung
  • Stärkenfokus
  • Wissenstransfer von relevanten Modellen (z.B. Eisberg, Change Curve, Spiral Dynamics)
  • Meditation/Achtsamkeit
  • Inneres Team

Wie läuft ein Coaching bei Ihnen in der Regel ab?

Der Ablauf meiner Coachings besteht in der Regel aus vier Phasen (Abweichungen sind aber immer möglich):
 

  1. Erstkontakt (15–30 min): beidseitige Erwartungshaltung und Problemschilderung
  2. Erstgespräch (60 min): Auftragsklärung, grobes Ziel, und Überblick über die Situation
  3. Folgegespräche (je 60 min, individuelle Anzahl): Systemische Analyse mit verschiedenen Perspektiven, Mitspielern, Interessen und Motiven; Schärfung des Veränderungsziels und Erarbeitung der Veränderungsmotivation; iteratives/agiles Erarbeiten und Umsetzen von lösungsfokussierten Hypothesen und Rückkopplung; Planung und Umsetzung von Coaching-Interventionen
  4. Abschlussgespräch: Evaluation und Feedback

Mit welchen Klienten arbeiten Sie am liebsten zusammen? Lehnen Sie bestimmte "Fälle" grundsätzlich ab?

Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die offen für Neues und bereit sind, sich voll und ganz für die Coaching-Erfahrung zu öffnen.

Im Erstkontakt sollte die gegenseitige Erwartungshaltung transparent gemacht werden. Beide Seiten sollten sich bewusst für die Zusammenarbeit entschieden. Sollte ich an dieser Stelle oder spätestens im Erstgespräch eine unstimmige „Chemie“ zwischen dem Klienten und mir feststellen, reflektiere ich das mit ihm und lehne im Worst Case die weitere Zusammenarbeit ab.  

Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen eines Coachings?

Jeder Klient schafft sich seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Ich verstehe mich als „Abenteuerguide“, der seine Klienten auf der Reise zur Selbsterfahrung begleitet. Mit meinem persönlichen und beruflichen Hintergrund möchte ich meine Klienten zur Vergrößerung des Möglichkeitenraums ermutigen und für das Austesten von Grenzen begeistern.

Wie gelingt ein erfolgreicher Coaching-Prozess?

Ein erfolgreicher Coaching-Prozess gelingt durch gegenseitiges Vertrauen und Transparenz zwischen Coach und Klient. Zudem ist es wichtig, als Coach dem Klienten niemals etwas aufzuzwingen, sondern jederzeit mit der Energie des Klienten zu gehen und dabei die eigenen Überzeugungen loszulassen.

Wie würden Sie Coaching in einem Satz definieren?

Durch Coaching wird ein besseres Bewusstsein und die Akzeptanz für das eigene Selbst und das anderer geschaffen, um darauf aufbauend den eigenen Möglichkeitenraum zu entdecken und für eine persönliche Transformation zu nutzen.

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