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Interview mit Jona Jakob

„Mein Schwerpunkt ist das Menschliche“

Wie sind Sie zum Coaching gekommen?

Als Kind durch den philosophisch fragenden Vater. Im Leben über den Umstand, mit Resilienzfähigkeit gesegnet zu sein. In meiner Jugend schon hatte ich die beratende Rolle unter Freunden inne. Später prägten mich Managemententscheide. Coach wurde ich u.a. auch durch meine Lehrerfahrung als Dozent.
Ganz besonders bin ich zum Coach geworden, indem ich von der nicht-direktiven Beratung erfuhr und in der Schweiz wie in Deutschland hervorragende Ausbildungsinstitute fand. Ich wurde nicht zuletzt Coach, weil sich in mir sowohl das Mögen der Menschen als auch eine persönliche Stärke in Willensbildung und -durchsetzung, dem Führen, vereinbaren. 

Über welche Coaching-Ausbildung(en) bzw. Qualifikationen verfügen Sie?

  • Personal und Business Coach / Zertifikat durch DBVC-Ausbildungsanbieterin Dr. Brigitte Wolter
  • Praxisbegleitende Weiterbildung in Personzentrierter Beratung (Schweiz)
  • Personzentrierte Beratung – Grundstufe (GwG, Deutschland)
  • Gestalten und Führen von Beratungsgesprächen, Gerd Rowold, Hamburger Gruppe & GDI Zürich
  • Zertifikat Teamführung / Coaching, Zürich Business School
  • 12 Jahre als Dozent für Marketing, Management und Leadership
  • 20 Jahre Berufsprüfungsexperte
  • Mitglied der Geschäftsleitung in einem 20-Personen-Gewerbeunternehmen, Aschaffenburg
  • Gründer von wubss.de,  Entrepreneur Coaching Service

Haben Sie Spezialisierungen oder Schwerpunkte?

Schwerpunkt ist das Menschliche. Demzufolge die Immanenz der Individuation.

Erstrebenswert bleibt,  dass sich Prozesse zu einer ganzheitlichen Handlungskompetenz entwickeln. Diese sollte die vier Anteile Fach-, Selbst-, Sozial- und Führungskompetenz umfassen. Diese Handlungskompetenz basiert auf der Konzeption der Personzentrierten Systemtheorie nach Prof. Jürgen Kriz, Osnabrück.

Wer ist Ihre typische Klientin / typischer Klient bzw. Ihre größte Zielgruppe?

Meine Haltung ist es, allen Menschen zur Verfügung zu stehen. Entscheidend ist die sorgfältige Prüfung, ob das Anliegen a) ein Coaching-Anliegen ist und b) ob ich hierfür über die notwendigen Kompetenzen verfüge.

Meine Klientel ist beruflich gut situiert. Sie verfügt über hohe und höchste Einkommen, Positionen, Ausbildungen und Grade beruflicher Aufgaben. In den meisten Fällen wählt sie den selbstverantwortlichen Königsweg als Selbstzahler/in. Ganz speziell coache ich seit über zehn Jahren hochbegabte Erwachsene.

Welche Methoden oder Tools haben sich in Ihren Coachings bewährt?

In Feedbacks wird ausdrücklich meine Haltung ausgezeichnet, in der sich die Klienten entwickeln können. Das ist eine Kombination von:

  • den Menschen mögen,
  • meine Personzentrierte Haltung,
  • die wertfreie Annahme was ist,
  • bei stets nicht-direktiver Begleitung,
  • jahrelang geschultes, aktives Zuhören,
  • ein hohes Vermögen an Empathie,
  • die Kunst, Verborgenes in Bilder und Worte fassen zu können,
  • professioneller Umgang mit Gefühltem,
  • aus einer lethologischen Haltung (Schule des Nicht-Wissens) heraus offene Fragen zu stellen,
  • explorierend findet der Klient zu eigenen "Tools" hin zur Realisierung der nun eigenen Lösung
  • und schließlich Methoden oder Tools, die brückenbauend dienen können.

Können Sie den typischen Ablauf eines Coaching-Prozesses kurz beschreiben?

  • Erster Kontakt ist meist eine E-Mail.
  • Daraufhin vereinbare ich einen Telefontermin von ca. 45 min für das honorarfreie Vorgespräch.
  • Ich prüfe meinen Entscheid, als Coach zur Verfügung stehen zu können. 
  • Ebenso prüft der Telefonkontakt, ob sie/er mir einen Auftrag erteilen möchte.
  • Bei einem gegenseitigen Ja erhalten Kunden eine Selbstvereinbarung (Coaching-Vertrag).
  • Der erste Termin und der Ort werden bestimmt. 
  • Ich arbeite meist mit Zeitfenstern von drei Stunden je Termin.
  • Bedarf, Häufigkeit und zeitliche Dichte werden zum Ende des ersten Termins gemeinsam angepasst.
  • Der Klient erhält die Bilder aus den Sitzungen und allenfalls von mir eingebrachten Input in schriftlicher Form.
  • Es folgen die Rechnungsstellung / Evaluation / Abschluss.

Haben Sie "Lieblingsfälle"? Also Themen oder Anlässe, die Sie besonders gern betreuen?

Ich mag Menschen. Seit meiner jüngsten Kindheit mag ich alles Menschliche. Ich würde mir die obenstehende Frage in keiner Weise erlauben. Vielmehr liegt mir persönlich Freude darin, die der Profession zugrundeliegende bewertungsfreie Annahme als ethische Grundhaltung gewährleisten zu können. Sätze wie „come as you are“ und „therefore I am here with you“ prägen mein motiviertes Verständnis als Coach. Gerade auch, wenn es mal schwierig werden kann. Das bleibt ok.

Was kann Coaching leisten und wo liegen die Grenzen?

Zuerst möchte ich abgrenzen, was Coaching NICHT ist: 

  • Schulung im Sinn von Homogenisieren eines Wissensstandes und entsprechendem Üben bw. Prüfen.
  • Praktizieren im Sinn von Anwenden: Jede Form der Anwendung wie Massage oder Heilpraktizieren.
  • Coaching ist niemals Therapie. Coaching kann daher nicht ersetzen, was per Therapie zu heilen ist.

Ich begründe meine Haltung mit dem Blick auf die der Klienten eigenen Selbstbestimmungskompetenz. Coaching vermag zu leisten, was die Selbstbestimmungskompetenz des Klienten für sich zu erkennen vermag. Das ist der einzige Teil, den jemand für sich verantworten kann. Sonst wären oder würden es Vorgaben.

Welche Veränderungen erleben Sie im Coaching?

Nach Coachings mache ich besonders die Erfahrung, dass meine Klienten auch nach Jahren mit neuen Anliegen nicht "wieder von vorne anfangen" – allesamt formulieren sie ihre Anliegen stets basierend auf den vorangegangenen Erkenntnissen. Sie bleiben sozusagen nachhaltig auf dem neu gewonnenen Level ihrer Entwicklung. Das zeugt in hoher Weise von erlangtem Bewusstsein und angewendeter Selbstkompetenz.

Meine Klienten gewinnen in den meisten Fällen einen tiefen Zugang zum eigenen Ok-Sein im humanistischen Sinn. Viele machen große Schritte in Richtung Emanzipation und selbstverantwortbarem Erwachsensein.

Nennen Sie fünf wesentliche Merkmale von Coaching

  • Coaching bleibt nicht-direktive Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Es behält die Form der Mäeutik, der Hebammenkunst.
  • Es ist eher durch Fragen als durch Antworten bestimmt.
  • Eine lethologische Haltung des Coachs fördert bei den Klienten die Erkenntnisorientierung bzw. Reflexion.
  • Werte bilden das Fundament für Haltung, Orientierung bzw. Antworten, Lösungen und wahrnehmbare Gefühle bzw. subjektive Stimmigkeit.

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