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Coaching-Verbände

Etablierung von Qualitätsstandards und Professionalisierung

Für den Coach-Suchenden und zukünftigen Klienten kann die Zugehörigkeit eines Coachs zu einem Coaching-Verband wichtige Hinweise auf dessen Ausbildung, Kompetenz und Professionalität liefern. Coaches, die einem Verband angehören, verpflichten sich, bestimmte Qualitätsstandards und Ethik-Codes einzuhalten. Zudem ist die Aufnahme (abhängig vom jeweiligen Verband) an strenge Anforderungen und Coaching-Erfahrung geknüpft. Die Kriterien, die zur Aufnahme in den Verband berechtigen, sind dabei aber so unterschiedlich wie die verschiedenen Ausrichtungen der einzelnen Verbände. Deswegen können Verbandszugehörigkeit und Zertifizierung allein niemals ausschlaggebend für die Auswahl eines Coachs sein.

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Undurchsichtige Verbandslandschaft

In Deutschland gibt es zahlreiche Coaching-Verbände, die sich mit Coaching-Inhalten und -Methodik, Qualitätsfragen, Standards und Zertifizierungen beschäftigen. Für den Coaching-Interessierten ist es schwer, unter den unterschiedlichen Berufsorganisationen und deren Zertifizierungen den Überblick zu bewahren. Auch mangelt es einigen Anbietern an Qualität und Professionalität; einzelne (wenige) Coaching-Organisationen werden sogar als unseriös eingestuft.

 

Doch nimmt man die Coaching-Verbände und -Organisationen genauer unter die Lupe, ist zu erkennen, dass die Anzahl der Verbände, die sich explizit auf Coaching fokussieren und eine signifikante Mitgliederzahl sowie ein ernstzunehmendes Aufnahmeprozedere aufweisen, recht übersichtlich ist. Denn während viele Berufsorganisationen spezialisiert sind (bspw. auf Therapie, Training oder Supervision), sind andere – sogenannte Marketing-Zirkel oder Netzwerke – nicht im herkömmlichen Sinn als Verband tätig. Außerdem gibt es viele Mischverbände, die sich u.a. auch dem Coaching widmen, deren Fokus aber in erster Linie auf anderen Beratungsformen (wie Training, Verkauf oder Therapie) liegt.

Professionalisierungsbestrebungen

Etablierte Coaching-Verbände arbeiten seit Jahren daran, die Professionalisierung der Coaching-Branche voranzutreiben und Qualitätsstandards einzuführen. So hat der Deutscher Bundesverband Coaching (DBVC) mit dem 2012 in der vierten, erweiterten Auflage erschienenen Coaching-Kompendium „Coaching als Profession“ Coaching abgrenzbar definiert und Grundlagen für eine seriöse Coaching-Praxis vorgelegt.

Roundtable der Coachingverbände

Orientierung im Verbands-Dschungel bietet auch die Dachorganisation Roundtable der Coachingverbände (RTC), die von etablierten Berufs- und Fachverbänden 2005 gegründet wurde. Der RTC ist eine Interessengemeinschaft, die sich für die Positionierung von Coaching als professionelle Form reflexiver Beratung in der modernen Arbeits- und Berufswelt engagiert. Ziel ist es, die Qualität von Coaching zu professionalisieren und der Öffentlichkeit (bzw. den Klienten) Orientierung zu geben. So haben sich die 14 Mitgliedsverbände des RTC bei zentralen Coaching-Themen und Qualitätsstandards auf gemeinsame Richtlinien geeinigt. Diese betreffen u.a. das Grundverständnis des Coachings, das Ethikverständnis, den Kompetenzerwerb und die Aufgaben des Coachings im gesellschaftlichen Kontext.

Übersicht der Coaching-Verbände

Hier finden Sie eine Übersicht der größten Coaching-Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich explizit auf Coaching fokussieren (ab ca. 100 Mitgliedern, ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • DBVC – Deutscher Bundesverband Coaching e.V.
  • DCV – Deutscher Coaching Verband e.V.
  • DGfC – Deutsche Gesellschaft für Coaching e.V.
  • ICF – International Coach Federation Deutschland e.V.
  • QRC – Qualitätsring Coaching und Beratung e.V.
  • ACC – Österreichischer Dachverband für Coaching
  • ICF Austria – Internationale Coach Vereinigung Österreich e.V.
  • ICF Schweiz – International Coach Federation Schweiz e.V.

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