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Die fünf häufigsten Erfolgsbremsen

Wie hinderliche und unbewusste Grundüberzeugungen uns ausbremsen

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Hinderliche Glaubenssätze

Auf dem Weg zum Erfolg oder zu mehr Zufriedenheit begegnen sie uns immer wieder: unbewusste Grundüberzeugungen, die auch häufig als „hinderliche Glaubenssätze“ bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um geerbte, anerzogene oder durch Erfahrungen im Laufe des Lebens gelernte Muster. Manche dieser Muster haben uns irgendwann einmal sogar erfolgreich gemacht, andere belasten uns schon unser ganzes Leben lang, aber wir wissen nicht, wie wir sie loswerden können. Im Folgenden werden fünf sehr häufige Muster und erste Ansätze zu deren Auflösung kurz skizziert.

Überzeugung 1: Ich muss leisten, um Liebe zu bekommen

Gerade die Generation Eltern, die im oder kurz nach dem Krieg geboren wurde, tut sich schwer damit, den eigenen Kindern gegenüber Emotionen (wie vor allem Liebe) zu zeigen. Zu sehr mussten sie ihre Emotionen verdrängen. Trotzdem lieben sie ihre Kinder natürlich und zeigen dies oft über Stolz auf deren Errungenschaften, wie z.B. gute Schulnoten, eine gute sportliche oder musikalische Leistung, etc. Schnell programmiert sich beim Kind dann ein: Wenn ich viel übe, lerne oder leiste, bekomme ich Anerkennung/Liebe. Und im Umkehrschluss: Wenn ich es nicht tue, bekomme ich nichts.

Tipp: Oft hilft es, sich klar zu machen, dass die Eltern das Kind auch so geliebt haben, es nur nicht besser zeigen konnten, um dieses Leistungs-Muster loszulassen.

Überzeugung 2: Ich bin nicht gut genug

Fast jeder kennt Situationen, in denen er mit sich selbst nicht zufrieden ist/war. Eine gesunde Portion Selbstkritik ist natürlich hilfreich, um zu wachsen und besser zu werden. Bei manchen Menschen gibt es jedoch das „Ich bin nicht gut genug“-Dauerprogramm. Ständig finden sie bei sich Defizite und – noch viel schlimmer – fokussieren nur darauf. Das Erreichte sowie positive Eigenschaften werden komplett ausgeblendet.

 

Hierfür gibt es viele Ursachen: Eltern, die ständig Druck gemacht haben, Überflieger-Geschwister, die uns permanent in den Schatten gestellt haben, Lehrer und Trainer, die uns mit harscher Kritik anspornen wollten und das Gegenteil erreicht haben oder auch Cliquen-Bildung bis hin zu Mobbing durch Mitschüler. Das Gefühl, nicht gut genug oder nicht wertvoll zu sein, kann sich so ganz schnell breit machen.

Tipp: Hier hilft es, sich bewusst jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben, die Sie an diesem Tag gut gemacht haben, die Sie erreicht haben oder auf die Sie stolz sind. Die Verschiebung des Fokus ist oft schon ein erster Schritt raus aus der Defizit-Falle.

Überzeugung 3: Ich darf keine Fehler machen und muss alles perfekt machen

Die Angst vor Fehlern wird oft durch überkritische Eltern und vor allem durch unser Schulsystem geschürt, in dem nach wie vor selten gezeigt wird, wie viele Punkte von wie vielen möglichen Punkte wir erreicht haben, sondern wie viele Fehler wir gemacht haben. Fast traumatisch sind bei vielen die Erinnerungen an Fehler, die öffentlich gemacht wurden, z.B. beim Vorrechnen im Mathematik-Unterricht an der Tafel.

 

Diese Mikro-Traumata bewirken, dass viele Menschen eine Angst vor Fehlern entwickeln und alles tun, um Fehler zu vermeiden. Und das bedeutet gleichzeitig, dass diese Menschen nahezu nichts tun, was nicht tausendfach erprobt ist. In vielen Berufen (Piloten, Fluglotsen, Ärzte seien hier unbedingt ausgenommen) führt diese Grundüberzeugung zu wenig kreativen Ideen und Ansätzen und zu wenig Innovation.

Tipp: Wandern Sie in Ihrem Leben einmal zurück und schauen Sie, ob es das oben zitierte Mikro-Trauma bei Ihnen gibt. Wenn ja, können Sie vielleicht Ihren Frieden damit schließen und ab heute neu denken. Davon abgesehen können Sie Ihre Haltung zu Fehlern verändern, indem Sie sich sagen, dass Fehler wichtig sind, um daraus zu lernen und besser zu werden. Oder um es mit Marlene Dietrich zu halten: „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

Überzeugung 4: Ich muss besser sein als andere

Manche Menschen vergleichen sich gerne mit anderen und werden wütend oder verzweifelt, wenn sie nicht genauso gut oder besser sind. Die „Vergleicheritis“ kann anspornend sein, wenn man sich dadurch positiv herausgefordert fühlt und zur Höchstform aufläuft. Wenn einem die Vergleiche jedoch immer wieder Energie rauben, sollte man sie ad acta legen, denn dann führen sie dazu, dass man sich permanent kleiner und schlechter fühlt als andere. Außerdem bewirken sie, dass man die Eigenschaften anderer zum Maß aller Dinge erhebt und seine Stärken komplett übersieht.

Tipp: Fokussieren Sie lieber darauf, was Sie besonders macht, wo Ihre Stärken liegen. Vielen Menschen, die in Vergleichen denken, sind die eigenen Stärken oft nicht bewusst. Eine gute Übung kann hier sein, eine Liste von Dingen anzulegen, die Sie 1. einzigartig oder 2. besonders machen. Richten Sie Ihren Fokus auf diese zwei Punkte und ergänzen Sie diese Stück für Stück.

Überzeugung 5: Ich darf nicht auffallen

Die Strategie, nicht auffallen zu wollen, entsteht oft in jungen Jahren und wird dort als sehr hilfreich empfunden. Gibt es beispielsweise ein Geschwisterkind, das viel Aufmerksamkeit der Eltern absorbiert, versuchen manche Kinder „unter dem Radar der Eltern“ durchzufliegen, um diesen nicht noch weitere Probleme zu bescheren oder um sich einfach „ungestört ausleben“ zu können.

 

So hilfreich dieses Verhalten in jungen Jahren sein kann, so wenig trägt es, wenn es zum Lebenskonzept wird. Denn dann gehen Menschen, die diesen Glaubenssatz in sich tragen, unter. Vor allem in der Selbständigkeit oder als Führungskraft, wenn ein gewisses Auffallen unabdingbar ist, stoßen sie an ihre Grenzen.

Tipp: Es kann helfen, täglich ein Stück Auffallen zu trainieren, z.B. durch die Äußerung der eigenen Meinung, auch wenn diese unpopulär ist, durch Kleidungsstücke oder Accessoires oder durch das aktive Vorantreiben von Ideen. Es gibt viele Wege, tagtäglich ein wenig mehr aufzufallen und es somit zur Normalität werden zu lassen.

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Lösungswege

Oft sind das Bewusstmachen der eigenen Bremsen und die kleinen Verhaltenstipps schon der erste Schritt zu deren Auflösung. Hinzugefügt werden muss, dass viele Muster nicht unsere eigenen, sondern von Eltern oder Bezugspersonen übernommene Muster sind. Hier empfiehlt es sich, den Personen ihre „Päckchen“ gedanklich freundlich zurückzugeben. Es hilft nämlich weder Ihnen noch den anderen, deren Leid zu teilen.

Loslassen lernen im Coaching

Wenn Sie sich in einem der Muster „ertappt“ gefühlt haben, können Sie die bewusste Entscheidung treffen, dieses Muster loszulassen. Sollte dies durch simple Verhaltensänderungen nicht gelingen, kann ein gezieltes Coaching - wie z.B. mit der punktgenauen Wingwave-Methode– das Überzeugungsmuster bei der Wurzel packen, dort auflösen und somit eine größere Dynamik erzeugen.

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